Our daily dose Eames: Ein Dax-Pärchen.

Sold, sorry.

Diese beiden Dining Armchairs with X-Base (DAX) haben schon einiges erlebt. Sie stammen aus der 2. Generation der Armchairs von Eames, also die erste Generation nach Rope Edge. Das Fiberglas hat mehr Materialstärke und somit brauchte man die am Rand mit eingegossene Kordel (Rope Edge) zur Stabilisierung nicht mehr. Ihr erstes Zuhause hatten sie irgendwo in Amerika, irgendwann wurden die Schalen dann mal überlackiert und in den Garten gestellt. Damit das Regenwasser abfließt, hat man die Sitzmitte ein kleines Löchlein gebohrt, die X-Bases haben mit der Zeit angefangen zu rosten. So haben wir sie gefunden.

 

Quasi in Watte gepackt haben wir sie zu unserer Vitra-zertifizierte Restaurationswerkstatt gebracht. Dort wurden die Schalen von Hand komplett abgeschliffen, um die Überlackierung runterzukriegen. Die jetzige Farbe ist quasi die Naturfarbe des Harzes vermischt mit Fiberglasfäden, die Oberfläche ist fachmännisch neu versiegelt. Die Regenabfluss-Löchlein haben wir fachmännisch verschlossen. Die großen, alten aber porösen Shockmounts wurden originalgetreu ersetzt, die X-Bases vorsichtig geschliffen und versiegelt und wieder mit den Schalen verschraubt. Jetzt sucht das Pärchen ein neues, schönes Zuhause.

 

Wer mehr zum DAX wissen möchte, liest einfach jetzt weiter:
Das Vitra Design Museum (design-museum.de) hat zum DAX auf ihrer Website einen so detaillierten Text geschrieben, den wir gern an dieser Stelle posten möchten. Genauer hätten wir es nicht beschreiben können. Los gehts:

 

DAX (Dining Armchair with X-Base)
Charles und Ray Eames/
University of California, Los Angeles
Entwurf: 1948
Produktion: 1950 – 1989
Hersteller: Herman Miller Furniture Company, Zeeland, Michigan
Maße: H 75 B 63 T 62 Sh 43 cm
Material: Fiberglas-Schale, Rundstahl, Gummi

 

Der Entwurf zum Armlehnstuhl DAX stammt aus dem Jahre 1948. Er gehört zu einer Gruppe von Schalen-Sesseln und -Stühlen auf unterschiedlichen Fußgestellen, mit denen Charles und Ray Eames an dem internationalen Wettbewerb „Low-cost Furniture Design“ des Museum of Modern Art, New York teilnahmen. Obwohl Charles und Ray Eames auch den Entwurf eines Sessels aus glasfaserverstärktem Kunststoff einreichten (vgl. La Chaise), waren diese Entwürfe für eine Produktion aus lackiertem oder neoprenbeschichtetem Stahl- bzw. Aluminiumblech vorgesehen. Um einige Protoypen aus Aluminium herzustellen, arbeitete Eames eng mit Technikern der University of California in Los Angeles zusammen. Dieses Vorhaben stellte sich allerdings als außerordentlich schwierig heraus, da die provisorischen Pressformen immer wieder zersprangen.

 

Die Jury, der u. a. Ludwig Mies van der Rohe angehörte, sah in der Herstellung von Sitzmöbeln aus Metallblechen eine zukunftsträchtige Produktionsmethode zur Erzielung großer Stückzahlen, die sich ja auch im Automobilbau bewährt hatte. So zeichnete sie einen Blechstuhl von Don R. Knorr mit einem ersten und die Schalensitzserie von Charles und Ray Eames mit einem zweiten Preis aus. Während für den Wettbewerb Zeichnungen und Stuckgips-Modelle ausreichend waren, sollten in der geplanten Ausstellung der prämierten Stücke realistische Prototypen der Serienproduktion gezeigt werden. Dadurch verzögerte sich der Ausstellungstermin immer wieder, bis die Schau schließlich im März 1950 eröffnet werden konnte. Zwischenzeitlich stellten lrv Green, Sol Fingerhut und Milt Brucker der Fa. Zenith Plastics ihr Fiberglas-Verfahren dem Büro Eames vor. Diese Technik war während des Krieges für die Radar-Verkleidung (Radom) an der Spitze von Flugzeugen entwickelt worden. In Kooperation mit der Herman Miller Furniture Company wurde die erste Serie von 2000 Armchair-Schalen im Handauflageverfahren – noch mit am Rand eingebetteter Kordel zur Verstärkung – hergestellt und im Chicagoer Showroom und in der Ausstellung des Museum of Modern Art in New York vorgestellt.

 

Durch ein von Chrysler entwickeltes Patent der aufgeschweißten Hartgummischeiben („shock mounts“) war es möglich, die in verschiedenen Tönungen eingefärbten Sitzschalen auf unterschiedliche Untergestelle zu montieren, ohne die Schale verändern zu müssen. Dies erlaubte eine ökonomische Anfertigung von hydraulisch gesteuerten Positiv/Negativ-Pressformen aus Metall unter Beibehaltung einer größtmöglichen Variation der Modelle.

 

Der Armlehnstuhl DAX setzte formal Leitgedanken des „Organic Armchairs“ von Charles Eames und Eero Saarinen aus dem Jahre 1940, über den Umweg der nie produzierten Metallmöbel, in eine Serienfertigung um. Er war der erste in großen Stückzahlen produzierte Sessel mit unverkleideter Fiberglas-Schale und wurde von Herman Miller und der Vitra AG bis 1989 hergestellt.
Quelle: http://www.design-museum.de/…/1…/detailseiten/dax-eames.html

Product: Dining Armchair with X-Base

Designer: Ray & Charles Eames

Manufacturer: Herman Miller, USA

Year: 1948

Production period: 1950 - 1989

Dimensions: H 75 B 63 T 62 Sh 43 cm

Materials: Fiberglas, Rundstahl, Gummi

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